Calculator – This Will Come to Pass

Calculator

Binomische Formeln brachten mich ja bereits schon zu Schulzeiten an den Rand des Wahnsinns, da konnte es auch nicht helfen, wenn man heimlich einen Taschenrechner unter der Schulbank versteckt hatte. Man konnte eh nix damit anfangen, außer sich die Punkte auszurechnen, die nötig waren, um in die nächste Klassenstufe versetzt zu werden, was einen letztendlich noch mehr aus der Fassung brachte. Und genau genommen konnte man das ja auch an den Fingern abzählen, während man verzweifelt auf der rausgestreckten Zunge kaute und nebenzu auf den Prüfbogen sabberte . Vielleicht ist das heute ja anders und es gibt bereits irgendeine App für’s Handy, die ‘ne binomische Formel in null komma nix knackt. Ich als Handy-Free-Youth-Opa werde das aber erst rausfinden, wenn meine Kinder mir erstmalig zu binomischen Formeln Löcher in den Bauch fragen. Zu meiner Befürchtung geschieht das wohl ziemlich bald.

Was ich damit sagen will: Taschenrechner sind klasse. Allerdings nur die, die Punkt vor Strich können, die anderen sollten eigentlich gar nicht produziert werden.

Calculator aus Los Angeles/Kalifornien kann man sicher zu der Punkt-vor-Strich-Gattung zählen, das Quintett besteht auch schon seit mehr als 5 Jahren, also länger, als so mancher Schulabbrecher jemals die Schulbank gedrückt hat.

Für diejenigen, die bisher nichts mit dem Geschwafel hier anfangen konnten und eigentlich nur ein stinknormales Review lesen wollten: hört euch die Scheibe einfach auf Bandcamp an, am Besten mehrmals. Denn dann werdet ihr die Erleuchtung erfahren. Oder auch nicht. Bei all der Mathematik und den komplizierten Integral- und Differentialgleichungen hilft vielleicht auch noch der Hinweis, dass zwei der Bandmitglieder auch bei der genialen Band No Tongue involviert sind, über die ich hier schon mal was berichtet habe und die mir genau genommen um einen vielfachen Tick besser gefallen. Aber das ist ja auch Geschmacksache. Nichtsdestotrotz sollten Fans von z.B. Touché Amore, Kidcrash, The Saddest Landscape oder La Dispute ruhig mal ein Ohr riskieren, denn das, was Calculator abliefern tun sie mit extrem viel Herz und Seele.

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Cool Dads – Real Jobs

[Free Album Stream/Download]+Emotional Hardcore+Punk+Midwest-Emo+

Cool Dads – Real Jobs

Auch wenn das Cover-Artwork ein bisschen abschreckend wirkt, kann ich dieser EP des Quartetts aus Denton, Texas nichts Schlechtes abhaben.  Dazu faszinieren mich die durchaus komplexen Songstrukturen, die locker vor sich hinflirrenden Gitarren und ein Sänger, der melodisch-schräg rumnölen und ab und an aber auch ein paar Shouts ablassen kann. Schmeißt At the Drive-In, Algernon Cadwallader, Mid Carson July und Snowing in einen Topf, dann könnt ihr euch irgendwie vorstellen, in welche Richtung es geht. Schrulliger Midwest-Emo, Mitte der Neunziger zu verorten, auch deshalb irgendwie schon fast Retro. Thumbs up, so sagt man doch auf neudeutsch, gell? Ach ja, das Artwork beschäftigt mich übrigens nun doch noch nachwirkend: irgendwie erinnern mich die Gesichtszüge dieses Wesens an die kultige und leider bereits verstorbene Drag Queen Divine. Falls unbekannt, geht doch mal in die nächst beste Videothek und leiht euch Pink Flamingos aus. Ich weiß, ist nicht mehr zeitgemäß, heutzutage streamt man sich die Filme auf’s Handy, aber so entgeht euch der Gesichtsausdruck des Videothekbetreibers, der den Film natürlich längst gesehen hat und nun krampfhaft überlegt, aus welchem Grund ihr euch so einen Film ausleiht. Die Szene mit dem singenden Anus wird man wohl nie wieder vergessen können. Wie dem auch sei, nach dem Filmgenuss und anschließender Rückgabe werdet ihr mit Freude dieses Album rauf und runter hören und beim Anblick des Covers vielleicht sogar an Divine erinnert werden, was euch wiederum zum googeln verleiten wird. Bei eurer Recherche im Internet werdet ihr unweigerlich auf John Waters stoßen und dabei feststellen, dass ihr noch einiges aufzuholen habt.

Bandcamp

Thinner – Say It!

[Free Stream]+Hardcore+Punk+Oldschool+

Thinner – Say It!

 
Hell Yeah, Thinner aus Berlin knallen uns ein kraftvolles Say It! vor unser verranztes Skateboard und lassen uns dadurch die Schmerzen unserer Jugend nochmals förmlich spüren. Ihr erinnert euch an die Zeit, als es noch keine professionell angelegten Skateparks gab und als anstelle von 08/15-HipHop die Musik der Spermbirds oder der Skeezicks per Walkman Zeitzeugen etlicher spektakulärer Skateboardunfälle wurden? Man weinte höchstens, weil der geliebte Walkman kaputt war, aufgeschürfte Gesichtshälften und ausgeschlagene Zähne waren eher Nebensache. Die Schmerzen wurden tapfer mit ohrenbetäubender Musik kuriert und  wären Thinner damals schon in Erscheinung  getreten, dann wären sie sicher für den ein oder anderen die heilende Medizin gewesen. Beim ersten Hören dachte ich wirklich, dass es sich um verschollene Aufnahmen der Spermbirds handelt, gerade aufgrund der extrem vibrierenden Stimmbänder des Sängers, der in allen Tonlagen an einen jungen Lee Hollis erinnert. Auf Bandcamp kann man nun 5 der 15 Songs des Albums streamen. Die 5 Songs sind dermaßen Retro und versprühen diese gewisse Energie, für die man gerne die Bezeichnung Hummeln im Hintern verwendet. Rotziger melodischer Oldschool HC/Punk der Extraklasse.

Bandcamp // Facebook

Polaroids – I Still Have Dreams

Hier gibt’s mal zwischendurch ein Review, das ich für die Borderline-Fuckup-Seite geschrieben habe. Schaut doch bei Gelegenheit mal rüber, da gibt’s nämlich den vollständigen Text und jede Menge anderes lesenswertes Zeug. Und für die lesefaulen Schnellklicker gibt’s hier dafür den eingebetteten Player.

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Die Polaroid-Fotografie wurde ja weitestgehend von ihrem mächtigen digitalen Peiniger verdrängt und dürfte den Älteren unter euch bestimmt noch ein Begriff sein. Ihr erinnert euch: man drückte auf den Auslöser und – klick – ein paar Minuten später hatte man ein unscharfes Foto in den ungewaschenen Pfoten. Durch unsere Schwäche für Digitales wurden Polaroids jedoch ziemlich bald durch jpg-Dateien ersetzt. Schade, die Digitalisierung der Gesellschaft lässt nach und nach Altbewährtes verschwinden und verändert sämtliche Bereiche unseres täglichen Lebens. Formate wie die gute alte Telefonzelle oder der Passbild-Automat an der Ecke wurden uns bereits größtenteils genommen. Mein Gott, was war das doch jedes Mal für ein Fest, die Mülltonnen in unmittelbarer Umgebung zu diesen Passbildautomaten nach weggeschmissenen Fotos zu durchwühlen und sich zu den Personen auf den gefundenen Bildern phantasievolle Geschichten auszudenken. Irgendwo auf dem Dachboden müssen eigentlich noch etliche, mit von mir persönlich aus dem Müll gefischten Passbildern beklebte Fotoalben rum liegen, ich sollte sie mal suchen gehen und wieder angucken…ich schweife ab…die Gründe, warum die Leute diese Fotos nicht behalten wollten, werden wir wohl nie erfahren. Und so, wie viele Gegenstände mit der Zeit für immer verschwinden, so besinnt man sich in manchen, meist künstlerischen Bereichen wieder auf die Schönheit der alten Formate zurück. Bestes Beispiel ist die Schallplatte oder das Tape. Und auch die Polaroid-Fotografie  erlebt derzeit eine Renaissance in der Kunst-Szene.

Nun, die Namensgebung der Band Polaroids aus New Jersey mag wohl mit ähnlichen ästhetischen Hintergedanken verknüpft sein, wie sie weiter oben beschrieben sind. Die Band legt jedenfalls nach einem Debut-3-Track-Demo aus dem Jahr 2012 mit ihrem ersten richtigen Full Length-Release I Still Have Dreams ein wahrhaft schönes und zeitloses Juwel vor, das jeden Fan des melodischen Hardcores begeistern dürfte. Ich sag’s mal so: da wo andere Bands zum x-ten Mal versuchen, so zu klingen wie die großen Vorbilder Lifetime, As Friends Rust, Strike Anywhere, Good Riddance oder auch Gorilla Biscuits, da überzeugt diese Band mit nerdiger Eigenständigkeit und super catchy Melodien und kotzt obendrein dem Hörer völlig unerwartet einen Polaroid-Regenbogen vor die Füße, der einem LSD-Trip ziemlich nahe kommt (Mutmaßung). Wären Polaroids damals schon unterwegs gewesen, als oben genannte Bands der feuchte Traum eines jeden Hardcorekids waren, ja dann würden sie heute sicherlich zu den ganz Großen zählen.

Lest weiter auf Borderline Fuckup oder hört direkt hier gleich rein.

http://www.facebook.com/polaroidsnj

Wind und Farben, Recreant, Mahria, No Future, Rika, This Is Your Life

Wind und Farben

Recreant – st

Mahria – st

No Future – MMXIII

Rika – How To Draw…

This Is Your Life

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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 Die Marotten und Eigenarten der Menschen haben ja manchmal schon auch ihre liebenswerte Seiten. Sind die Gewohnheiten erst mal antrainiert, lassen sie sich sehr schwer wieder abgewöhnen. Bestes Beispiel dafür ist, dass man beim Einschlafen gerne mal die Bettdecke dreht, nur dass man wieder auf der kalten Seite liegt. Das macht man mitunter auch mal im Winter, obwohl man eigentlich friert. Gerade bei nebensächlichen Dingen kommt das doch recht häufig vor. Passiert es euch auch ständig, dass ihr an Türen drückt, an denen dick und fett „ziehen“ steht? Oder man kauft sich eine LP doppelt, weil man irgendwann den Überblick verloren hat, vom download im Internet ganz zu schweigen. Was treibt einen eigentlich an, immer wieder Neues entdecken zu wollen und genau zu wissen, dass einige Plattenkäufe nach ein oder zwei mal hören für immer im Regal verschwinden und irgendwann dazu führen werden, dass man noch ein Regal kaufen muss? Hat man überhaupt genügend Zeit, die ganzen Tapes, Platten, CD’s, mp3’s durchzuhören? Bevor ich jetzt noch zu rechnen beginne, mach ich mich lieber mal wieder auf die Suche nach neuen und extrem hörenswerten Bands, let’s go…

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Nachdem ich vor einigen Wochen das Video „Gib ihm tausend, Boby“ der Neumünster Band WIND UND FARBEN auf Youtube bestaunen konnte und sofort von dem extrem guten deutschsprachigen Math/Emo/Punk/Post-Hardcore angetan war, war ich ziemlich hibbelig und fieberte dem Veröffentlichungstermin ihres Debutalbums “Das Entzünden einer Kerze ist das Ende eines Wals” entgegen. Nun ja, mittlerweile ist das Ding draußen und auch bei Bandcamp gibt es einen Full-Album-Stream und…Überraschung: es ist verdammt gut und rotiert bei mir auf allen Kanälen. Wer Vergleiche braucht: ruhigere Captain Planet oder Adolar mit Postrock-Passagen, der Gesang erinnert entfernt an BoySetsFire oder Mineral. Könnte sein, dass diese Band im Laufe des Jahres 2013 verdammt viel erreichen wird (Bitte macht nicht beim Bundesvisions-Contest mit, haha).

http://www.facebook.com/windundfarben

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Gut was auf die Ohren gibt’s von Recreant aus Tampa, Florida. Das selbstbetitelte Album ist ganz schön düster, teilweise mit Violine, Highspeed-D-Beat mit female/male vocals. Grindcore, Crustcore, Emoviolence. Erinnert an die guten alten Schweizer Crusties von Cwill. Verdammte Welt, vertonte Wut, volle Wucht (VW).

http://www.facebook.com/Recreantswampcore

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MAHRIA aus Edmonton/Kanada sollten dem einen oder anderen vielleicht schon ein Begriff sein, trotzdem möchte ich an dieser Stelle ein bisschen die Werbetrommel rühren. Gerade ihr selbstbetiteltes Album, das bereits im Jahr 2011 veröffentlicht wurde, hat es mir besonders angetan. Intensiver Screamo-Hardcore mit einer ziemlich wütenden und keifenden Sängerin, die pro Song soviel Energie freigibt wie ein umweltverseuchendes AKW pro Jahr, das im letzten Laufzeit-Jahr vor Abschaltung nochmals beweisen will, dass ökologisch produzierter Strom die wahre Bedrohung unserer Umwelt darstellt. Fans von Serene/Children Of Fall/Thursday (stellt euch alle genannten Bands in einer roheren und krachigeren Variante vor) sollten mal ein Ohr riskieren.

http://www.facebook.com/Mahriaband

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Bei NO FUTURE aus Milwaukee mischen Leute von Poison the Well, Since by Man und Red Knife Lottery mit, geliefert wird auf „MMXIII“ ziemlich cooler und nach vorne treibender oldschool Hardcore mit einem ordentlichen Schuss Melodien. Hier regiert die pure HC/Punk-Granate, bei manchen Songs faszinieren mich die fett produzierten dissonanten Crustcore-ähnlichen Parts. Kennt jemand noch die genialen Pittbull (konnte man auf einer der ersten Rykers Touren im Vorprogramm bestaunen)? Deren Platten auf 45 rpm gemischt mit Einflüssen, die von Comeback Kid bis Acts wie Modern Life is War reichen, klingen so ähnlich wie das hier.

http://www.facebook.com/pages/No-Future/196773980343971

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RIKA faszinieren nach ihren auch schon extrem guten Splits mit Everton und Empire! Empire! (I Was A Lonely Estate) nun mit ihrem ersten full length Album „How to Draw a River, Step by Step“. Die in Wien und Linz beheimateten Österreicher verzücken mich mit atmosphärischen Indie/Electro-Postrock-Klängen, die an eine Mischung aus Notwist mit ruhigeren Mineral oder Sometree erinnern. Gerade der Einsatz von verschiedenen Instrumenten, Bläsern, Streichern und Orgeln versetzt den Hörer des öfteren in diese spezielle Shrink/Neon-Golden-Melancholie, angefüllt mit Wärme und tiefgehenden Melodien. Mir gefällt das hier sehr gut.

http://www.facebook.com/rikaband?ref=ts&fref=ts

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THIS IS YOUR LIFE aus Richmond spielen kraftvollen und sehr melodischen Hardcore, der oftmals an Bands wie Ignite (mit dem alten Sänger), Killing Flame, Speak 714, Kid Dynamite oder Comeback Kid erinnert. Auf „Before We Fade Away“ gibt es 12 Songs, die es in sich haben. Messerscharfe Gitarren, ein Bass, der dagegen anspielt, ein Drummer, der volle Kraft nach vorne prescht und ein Sänger, der dem ganzen noch den letzten Schliff verpasst. Die Platte rockt ohne Ende, so und nicht anders muss melodischer Hardcore klingen. 1988, ihr wisst schon.

http://www.facebook.com/thisisyourliferva

Old Gray, Deymos, Friday Night Trend, Kittyhawk, Ugly Houses, Lorraine

Old Gray – An Autobiography

Deymos – Selftitled

 

 

 

 

 

Friday Night Trend – Selftitled

Kittyhawk – Selftitled

 

 

 

 

 

Ugly Houses – Vs The Infinite

Lorraine – Lima

 

 

 

 

 

 

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Ist es euch auch schon passiert, dass ihr mehrmals am Tag in den Kühlschrank schaut, aber nichts raus holt, geschweige denn was esst? Oder man sucht was im Essensvorratsschrank, schaut hinein, vergisst währenddessen, was man eigentlich nochmal genau sucht, macht den Schrank dann wieder gedankenverloren zu und hockt sich dann auf’s Sofa, nur um 10 Minuten später genau das gleiche zu tun (wieder ergebnislos). Ähnliches geschieht nahezu ebenfalls mehrmals am Tag. Man schaut auf die Uhr, ohne zu realisieren, wie spät es ist, nur um Minuten später nochmal drauf zu schauen. Wenn man dann von einem Beobachter des Szenarios Sekunden später nach der Uhrzeit gefragt wird, schaut man trotzdem nochmals bedröppelt auf den Wecker und erst dann nimmt man wahr, wie spät es eigentlich gerade ist. Woran liegt das? Bevor wir unser Hirn selbst mal einschalten, wird auch schon ’ne Suchanfrage bei google gestartet…
Kleiner Sprung vom digitalen ins analoge Zeitalter: Ihr wisst schon, die Zeit, als es noch Tapes gab, und man nicht gleich auf dem Display angezeigt bekam, was sich gerade in die Gehörgänge bohrte und das geschriebene Wort auch ohne Stromverbrauch gelesen werden konnte (zumindest tagsüber, nachts brauchte man ’ne Taschenlampe unter der Bettdecke und Leseratten erkannte man nur an der Druckerschwärze an den Griffeln). Da konnte es schon mal passieren, dass man ein unbeschriftetes Tape einlegte und sich aufregte, weil die Musik so super war und man nicht wusste, welch geniale Band da gerade die Sinne streichelte. Tage- oder wochenlange Recherche brachte dann ein Ergebnis, wenn man Glück hatte (nix google, asshole). Die Platte blind bei irgend ’nem Mailorder (greenhell oder flight13) bestellt und danach festgestellt, dass die bestellte Platte nicht mal entfernte Ähnlichkeiten mit dem unbekannten Tape aufweisen konnte. Dann die Blamage im Plattenladen, wenn man versuchte, den Song vorzusingen. Da ist es heutzutage schon einfacher mit so Helfer-Software wie z.B. Tunatic, wo man einfach und bequem den unbekannten Song durch die Soundkarte jagt und man in der Regel ziemlich schnell ein brauchbares Ergebnis vorliegen hat.

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Mann, jetzt hab ich aber ewig gebraucht, um ’ne anständige Überleitung zu den genialen OLD GRAY aus Manchester/New Hampshire zu kriegen. Deren Output „An Autobiography“ bietet wunderschöne PlingPling Gitarren, wummernden Bass und leidenden Schreigesang, der oftmals in resignierenden Sprechgesang abdriftet. Das ist genau die Mucke, zu der ich knie-rutschend meine Fäuste abwechselnd gegen Brust und Fußboden hämmere.
Unbedingt anchecken und glücklich werden.

http://www.facebook.com/oldgrayband

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DEYMOS aus Madrid ballern eine schöne energiegeladene 3-Track-EP vor’n Latz. Ist die zweite Veröffentlichung der Band, auf ihrer Facebook-Seite gibt’s Gratis-Download-Links beider Scheiben. Irgendwie erinnert mich das ganze an eine metallische Version von Just Went Black, gerade wegen der melodischen Parts. Bei vielen Bands wirkt ja dieser Wechsel zwischen Geschrei und Clean-Vocals ziemlich aufgesetzt, aber hier ist das anders. Der Sänger überzeugt mit seiner kräftigen Stimme und irgendwie ist man mal wieder enttäuscht, dass nach 3 Songs schon Schluss ist.

http://www.facebook.com/Deymosmusic

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Ha, und da man sich nach diesem langen und kalten Winter mal wieder nach so ein paar Sonnenstrahlen sehnt, könnte man seine Fühler nach dem passenden Sound dazu allmählich mal ausfahren. FRIDAY NIGHT TREND aus Toronto vermitteln mir mit ihrer gleichnamigen EP persönlich einen recht guten Vorgeschmack auf ein paar wärmere Frühlingstage. Melodischer Emo-Rock, super produziert, hymnisch. 4 Songs, Fans von den Get Up Kids, Sense Field oder Jimmy Eat World sollten die Band unbedingt mal anchecken, die EP gibt’s sogar als Free Download auf ihrer Bandcamp-Seite.

http://www.facebook.com/fridaynighttrend

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Wenn wir gerade am Sommersound angekommen sind, KITTYHAWK aus Chicago verzücken mich auf ihrer gleichnamigen EP mit zuckersüssestem Emo, abwechselnder Frau/Mann-Gesang inklusive. Hymnen für die Ewigkeit. Natürlich müssen The Anniversary als Vergleich herhalten. Ich steh total drauf, Midwest-Emo vom Feinsten. Für lange Autofahrten in lauen Sommernächten. Bei runtergekurbeltem Fenster den Duft von frisch gemähtem Gras in der Nase und den Sound von Kittyhawk im Ohr.

http://www.facebook.com/kittyhawkchicago

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UGLY HOUSES aus Huntsville/Alabama spielen superschönen Midwest-Emo der Marke Algernon Cadwallader, mit verdammt coolen flirrenden Gitarren, hymnenhaften Refrains und scheppernden Drums. Es gab auch mal ’ne Menge deutsche Bands mitte der Neunziger, die so was ähnliches machten (z.B. Maggat oder Robocop Kraus). Für eine erste Demo EP echt verdammt gut, das wird schwer mit Nachlegen, Jungs. Wirklich so gut, der Sommer kann kommen.

http://www.facebook.com/UglyHouses

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Von Ravensburg nach Vorarlberg ist es mit dem Auto nur ein Katzensprung, trotzdem bin ich auf die folgende Band erst jetzt aufmerksam geworden, nachdem ich zufällig (wie von Geisterhand) auf ihre Bandcamp-Seite geleitet wurde. Klar, in den letzten Jahren hat sich mein Aktionsradius in Bezug auf Konzerte ziemlich verkleinert (kommt der Umwelt zugute), daher ist es schade, dass ich von der Band LORRAINE bisher rein gar nichts mitbekommen habe. Naja, jedenfalls wirken da 3 Leute aus Vorarlberg mit und der Sänger kommt ursprünglich aus Deutschland, die Band selbst ist aber mittlerweile in Wien ansässig. Hätten wir die Geographie-Geschichte für’s erste geklärt. LORRAINE hypnotisieren mich mit ihrer EP Lima, ich seh mich vor meinem inneren Auge in der ersten Reihe bei einem ihrer Konzerte in einer kleinen Location (Floorshow) mit dem Fuß wippen, mit dem Kopf nicken, manchmal versunken in den verkopften Parts, dann aber wieder lauter werdend mit etwas Steigerung, impulsiv/explosiv/intensiv. Schön vertrackt, erinnert oftmals an Fugazi, Karate (von den Gitarren und Bassparts her) oder Craving (nicht diese Blackmetal-Heinis sondern die anderen, waren in den -Überraschung- Neunzigern aktiv).

http://www.facebook.com/lorraine.theband

Aviator, Orbit The Earth, No Omega, La Miseria De Tu Rostro, Oddczar, Nine Eleven

Aviator – January 2013

Orbit The Earth – Aphelion

No Omega – Shame

La Miseria De Tu Rostro

Oddczar – One Word

Nine Eleven – Le Reve De…

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Es gibt ja so Tage, da geht man ein bisschen später als üblich ins Bett und zählt dann aus Gewohnheit die Stunden, die einem noch bleiben, bis der Wecker einen unliebsam aus den Träumen reißt und man wieder – nachdem man völlig weggetreten 5 Liter Spucke auf’s Kopfkissen gesabbert hat- zur geliebten Arbeit gehen darf. Obwohl man todmüde ist, kann man dann trotzdem nicht schlafen, weil man sich aufregt, dass zu wenig Zeit für Schlaf bleibt. Man zählt nochmals, da man sich ja verrechnet haben könnte, kommt aber zum gleichen Ergebnis. Je länger man darüber nachdenkt, umso weniger Zeit bleibt zum Schlafen. Da in so einer Situation sowieso schon der Bereich des Gehirns aktiviert ist, der für Hass, Wut und Zorn (aber leider nicht für Schlaf) zuständig ist, weiten sich die Gedanken aus, man ärgert sich über dies und das, und dann – später weiß man nicht mehr warum man eigentlich drauf gekommen ist – taucht plötzlich die Erkenntnis auf, dass der verhasste und bisher gekonnt ignorierte noch-zu-erledigen-Haufen langsam solche Dimensionen erreicht, dass man am liebsten mal den Reset-Knopf drücken würde. Ein Reset-Knopf wurde für solch heikle Angelegenheiten leider noch nicht erfunden, daher ist an Schlaf mittlerweile nicht mehr zu denken. Was kann da bloß helfen? Steht man halt auf, versucht sich zu beruhigen, atmet langsam und gleichmäßig und guckt dabei unbewusst den noch-zu-erledigen-Haufen an, und peng, Herzrasen, Panik, Unwohlsein. Meditation sollte nur in neutraler Umgebung ausgeführt werden. Aaaargh, Was reimt sich auf noch-zu-erledigen-Haufen? Ja genau, Haare raufen. Gelassenheit und schräger Humor ist nun angesagt. Lohnsteuererklärung? Pfffff, die kriegt man im jetzigem Zustand sowieso nicht gebacken, daher schaltet man lieber zur Ablenkung vom realen Leben den Rechner an, um ein bisschen runterzukommen. Zeit für einen neuen Facebook Status: mir geht’s schlecht, kann nicht schlafen, leide an permanenter Verstopfung und morgen muss ich auch noch zur Arbeit. Außerdem hat meine Lieblingshose seit heute Mittag ein Loch an einer Stelle, die einfach extrem uncool für solche Löcher ist. Bitte eine Runde Mitleid deshalb. Dabei entdeckt man, dass alle virtuellen Freunde momentan offline sind. Verdammt, schlafen die etwa alle? Das bringt einen dann nochmals einen Level höher: Wenn die alle schlafen können, warum dann ich nicht? Bin ich etwa krank? Mal googeln, „Schlafstörung“…Danach ist eigentlich alles zu spät, man erfährt, dass man unheilbar krank ist und bald sterben wird. Warum also noch schlafen? Lieber noch bei vollem Bewusstsein die letzten Tage genießen. Könnte man sich also ohne schlechtes Gewissen noch ’nen Schlummertrunk genehmigen. Nee, lieber nicht, falls man später doch noch müde wird und endlich schlafen kann wacht man sonst mitten in der Nacht auf, weil die Blase drückt und anschließend beginnt die Prozedur von vorne.

Hat man sich also für wach bleiben entschieden, sitzt man dann ganz entspannt vor dem Rechner und hat bei Bandcamp einen richtigen Flow und entdeckt nach und nach Bands, deren Releases man am liebsten sofort komplett anhören möchte, jetzt kann man natürlich unmöglich schlafen…

Da es mir in letzter Zeit öfters so geht und ich einige (für mich) interessante Neuentdeckungen gemacht habe, folgen nun ein paar ziemlich kurz gehaltene Reviews bzw. Empfehlungen einiger Veröffentlichungen, die bei mir aufgrund ihrer Intensität oder anderer positiver Eigenschaften Bewunderung und Euphorie ausgelöst und dadurch einen Platz in meinem Herzen gefunden haben. Die nächsten paar Posts werden ähnlich gestaltet sein, nur mal als Vorwarnung. Als Zwangsneurotiker finde ich es natürlich ganz furchtbar, dass nicht jede Band mit Review einen eigenen Titel bekommt und der auf der Artikel-Linkleiste nicht direkt abrufbar ist. Und natürlich schwingt auch die Befürchtung mit, dass bei dem ganzen Geschwafel von mir viele Leser die ganzen Bands gar nicht entdecken und überscrollen (wenn sie’s überhaupt mal auf meine Seite schaffen). Jedenfalls werden heute 6 Bands vorgestellt, die in der Sparte HC/Punk/Screamo/Crust einzuordnen sind. Schublade auf, Schublade zu.

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Den Anfang machen AVIATOR aus Boston. Mann, die ersten Veröffentlichungen waren ja schon echt erste Sahne, aber was sie hier nun mit „January 2013“ abliefern, zeigt einmal mehr die Qualität und Einzigartigkeit dieser Band. Als Tour-only-Tape released können sich nun all die traurigen Nicht-Besitzer dieses Tapes glücklich schätzen, dass dieses Kleinod gnädigerweise als Stream bei Bandcamp angehört werden kann. Scheiße, mir hat’s beim beim ersten anhören schier ins Maul geregnet, so offen stand mein Mund (vor Ehrfurcht). Kaum zu glauben, alles live im Studio aufgenommen. 6 Songs insgesamt (3 neue und 3 alte). Das hier macht definitiv Hunger auf mehr, inklusive Live-Show. Wer sich übrigens noch so ein schönes Tape sichern will, muss sich ranhalten, ein paar Exemplare mit Download-Code gibt es bei Skeletal Lightning zu bestellen.

http://www.facebook.com/aviatorhc

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ORBIT THE EARTH kommen aus Münster und hier sind Ex-Mitglieder von Just Went Black, Empty Vision und Ritual am Werk. „Aphelion“ rockt ordentlich das Haus. In vielen Reviews zur Platte werden immer wieder die (damals) göttlichen Refused zum Vergleich herangezogen. Das passt meiner Meinung nach auch perfekt (zur A Shape Of Punk To Come Phase). Finnland Hardcore 1998 rules: Abhinanda aus Umea (wie kriegt man eigentlich den Kringel auf dem „a“ hin?) ist sicher auch ein großer Einfluss. Und der keifende Gesang erinnert mich manchmal ein wenig an den durchgeknallten Typ von EyeHateGod. Fett produziert das ganze, hier sind Leute mit Herzblut am Werk.

 http://www.facebook.com/orbittheearth

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Zu NO OMEGA aus Stockholm/Schweden muss man eigentlich gar nicht mehr viel sagen. Einfach anhören und sich in den intensiven Stücken verlieren. Das hier sind ausgelebte Emotionen, lest euch nur mal die genialen Texte durch und lasst euch von der Dampfwalze überrollen. Schrei-Hardcore mit dichten Gitarren, gegen einander spielendem Bass und einem Drummer der um sein Leben trommelt, you know. Fans von Meleeh, Serene oder Children Of Fall sollten unbedingt reinhören.

 http://www.facebook.com/noomega

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Nun kommen wir zu LA MISERIA DE TU ROSTRO, einer DIY-HC-Crustcore-Band aus Santiago/Chile. Auf ihrer Bandcamp-Seite gibt’s etliche Songs von verschiedenen Alben zu hören, die Band existiert ja auch schon ein Weilchen (10 Jahre). Nach vorne gehender Crustcore, teilweise mit melodischen Gitarrenparts. Up The Punxxx, ich find’s supergeil, man wünscht sich direkt ins nächste Squat, um im Moshpit die Sau rauszulassen.

http://www.facebook.com/lamiseriadeturostro

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ODDCZAR aus Charlotte spielen ziemlich intensiven Screamo Hardcore mit Post-Hardcore-Einflüssen. Geht gut ab und manchmal wundert man sich, warum man über solch geniale Bands nur durch Zufall stolpert. Ich mag die präzisen Drums, die Gitarren, die manch melodischen Moment aufkommen lassen, den Bass, der auch unabhängig von alldem sein ganz eigenes Spiel hat, das sich super in das Ganze einfügt und natürlich über all den schönen Songs der extrem leidende Gesang.

 http://www.facebook.com/oddczarnc

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So, und nun komm ich zur 6.Band dieses Posts. NINE ELEVEN aus Tours/Frankreich lassen es auf ihrer zweiten Veröffentlichung ganz schön krachen. Dicke Gitarren, sehr oldschoolig das ganze, mit einem ordentlichen Schuss Melodie und schönen Background-Shouts. Die eigen entworfene Beschreibung der Band lautet „Nirvana auf Amphetaminen mit 3 Spritzen in jedem Arm“, das trifft die Sache dann auch ganz gut. Jedenfalls strotzt die Platte nur so vor Energie. Kennt noch jemand die Franzosen Seekers of the truth? In eine ähnliche Richtung geht das hier, nur eben viel fetter und besser produziert.

http://www.facebook.com/pages/Nine-Eleven/61752081753

Flyer-Fotografie 1

Neulich hab ich beim Aufräumen im Keller ’ne Kiste mit etlichen alten Flyern gefunden. Mal wieder ein bisschen in Erinnerungen geschwelgt, damals waren Flyer halt noch schön gestaltet, Hochglanz und Werbung gab’s noch nicht, die Dinger wurden mit Prittstift per Hand entworfen und dann ab zum nächsten Copy-Shop. Ich hab mal ein paar davon fotografiert, vielleicht geht es ja irgend jemandem da draußen ähnlich wie mir. Viel Spaß beim Schwelgen in Erinnerungen.

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La Bella – Recomposition

[Free Album Stream/Name Your Price Download]+Screamo+Emotional Hardcore+Punk+

La Bella – Recomposition

Auch wenn das Internet einer der größten Gründe dafür ist, dass es keine richtigen Subkulturen mehr gibt und sich mittlerweile alle Stile irgendwie vermischen, so dass die Kids und Leute auf der ganzen Welt alle gleich aussehen, liebe ich es trotzdem, gerade auch wegen seiner Informationswucht und der Möglichkeit, bei Bandcamp so ziemlich in jeder Sparte immer wieder auf neue und phänomenale Bands zu stoßen. La Bella aus West Covina/Kalifornien ist eine davon. Verdammt, alleine der Bass im Eröffnungssong haut mich voll aus den Latschen. Ziemlich abgefahren, verdammt viel Groove, vertrackt und extrem intensiv das Ganze. Ich könnte das alles noch viel mehr ausschmücken, aber das lass ich lieber mal. Hab die ganze Zeit nach vergleichbaren Bands gesucht, am ehesten passen da noch Books Lie zur „hall of fame of fire“-Phase (gerade wegen dem Gesang und den Bassparts). Wenn ich nicht ständig pleite wäre, würd ich mir diese 7inch direkt mit meiner nicht vorhandenen Kreditkarte bestellen. Daher bin ich dankbar, dass dieses Juwel hier bei Bandcamp als Stream bzw. als name your price download angeboten wird.

http://de-de.facebook.com/labellahc

http://labellablog.com/

Kochen mit Musik – Falsches Reh-Ragout mit Spätzle

Heute gibt’s mal was anderes, ich will euch ein Rezept vorstellen, das einfach zu Kochen geht und dazu hervorragend mundet. Nebenbei kriegt ihr auch noch ordentlich was auf die Ohren, denn zum Kochen und Essen muss auch passende Musik aufgelegt werden. Wer Rezepte im Internet doof findet, der scrollt einfach weiter runter bis zur Sternchenleiste und zieht sich die dort aufgeführten exzellenten Bands rein. Und vielleicht kriegt der ein oder andere dann ja doch noch Appetit. Okay, los geht’s…

Falsches Reh-Ragout mit Spätzle (es gibt eine vegetarische und eine vegane Variante)

Lasst euch durch das Bild nicht abschrecken: erstens bin ich kein guter Fotograf und zweitens fehlt auf dem Bild die Petersilie (kommt dabei raus, wenn man sich keinen Einkaufszettel schreibt).

Für die Sauce muss man haben:

  • 350g Räuchertofu
  • 4 EL Sojasauce
  • 1 große Zwiebel
  • 500g Champignons
  • 2 Knoblauchzehen
  • 5-6 EL Olivenöl
  • 3 EL Tomatenmark
  • 125 ml trockener Rotwein
  • Salz
  • weißer Pfeffer
  • etwas Basilikum
  • 1-2 TL Gemüsebrühenpulver
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • etwas Sahne (Veganer nehmen Sojasahne)

Den Tofu in große Würfel (1cm) schneiden und in Sojasauce eine halbe Stunde marinieren. In der Zwischenzeit die Zwiebel in dünne Ringe schneiden. Die Champignons in Scheiben schneiden. Knoblauch fein hacken.

Olivenöl in einer Bratpfanne erhitzen, Zwiebelringe darin anschwitzen, Knoblauch zugeben, kurz andünsten. Dann Champignons dazu und ca. 10 Minuten schmoren lassen. Tofu mit Sojasauce dazugeben, Tomatenmark rein, alles gut verrühren und Rotwein reinkippen (dabei kann man sich in Biolek-Manier seinen ersten Küchenwein genehmigen). Temperatur ein wenig reduzieren, mit Gemüsebrühenpulver, Salz und Pfeffer abwürzen. Die Flüssigkeit etwas einkochen lassen, ab und zu umrühren. Deckel auf die Pfanne drauf und ach ja, Sahne nicht vergessen, rein damit. Zuletzt, kurz vor dem Servieren die gehackte Petersilie einrühren. Während das ganze einköchelt kann man den vorbereiteten Spätzleteig verarbeiten.

Zutaten Für die Spätzle

  • 300g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 5 Eier
  • 1 Schluck Wasser

Vegane Variante:

  • 500g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Sojamehl
  • 500ml Wasser

Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. 1 EL Salz in das kochende Wasser geben.

Alles in eine Schüssel geben. Damit der Teig nicht klumpt, das Wasser nach und nach dazugeben und einrühren und schlagen. Der Teig sollte irgendwann ein paar Blasen schlagen. Für die normalen Spätzle eignet sich die Spätzlemaschine, bei der veganen Variante empfehle ich einen Spätzlehobel, da sehen die Spätzle irgendwie appetitlicher aus. Bei der Spätzlemaschine drückt ihr den Teig muckibudenmässig in den Topf mit kochendem Wasser. Den Spätzlehobel legt ihr auf den Topf damit die Spätzle direkt in den Topf fallen können. Den Teig schön durch die Löcher reiben. Sobald die Spätzle oben schwimmen, können sie abgeschöpft werden. Wer mit alldem überfordert ist, der kann auch Reis oder Kartoffeln zur Sauce machen, lasst es euch schmecken.

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Falls ihr das Rezept ausprobieren wollt, darf natürlich die musikalische Beschallung nicht fehlen. Nun hab ich mal 3 Veröffentlichungen rausgesucht, die alle etwas gemeinsam haben. Nachdem die Eule in letzter Zeit ja für so manch Layout herhalten musste, ist jetzt ganz passend zum obigen Rezept Reh angesagt. 3 Bands, 3 schöne Veröffentlichungen, unbedingt rein hören und Fan werden.

Sulla Strada – Demo 2012

Zum Zwiebelhacken eignet sich am Besten SULLA STRADA aus Los Angeles. Die Band spielt eine druckvolle Mischung aus Blackmetal, Screamo und Posthardcore. Auf Ihrer Bandcamp Seite sind 2 Demos (aus 2012 und aktuell aus 2013) zu hören, die kostenlos runtergeladen werden können.

Sulla Strada – Demo 2012

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Frameworks – Small Victories

Wenn ihr die Zwiebeln habt, dann macht ihr euch an die Pilze und den Tofu ran. Dazu wollte ich erst den emotionalen und melodisch angehauchte Screamo Hardcore der Band VALES (UK) empfehlen, aber die haben leider auf meine Anfragen nicht reagiert. Macht nichts, denn mit FRAMEWORKS aus Gainesville kommt ihr ebenfalls in ein gutes Pilzgemetzel rein. Mir gefällt ihr Pendeln zwischen ruhigen Parts und wildem Geknüppel ausgesprochen gut, das druckvolle Schlagzeug und der Shouter, der manchmal an eine wild gewordene Version eines Lou Kollers erinnert. Die 4 Songs rocken jedenfalls das Haus.

Framework – Small Victories

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Mouse Ear – Upcoming 7inch

So, und während die Soße vor sich hinschmort, dann wird es Zeit für etwas Ruhigeres. MOUSE EAR aus Vancouver spielen schönen altmodischen Emocore, ich fühle mich an Bands wie Shotmaker und Torches To Rome erinnert. Schade, dass das nur 3 Songs sind. Ich freu mich jedenfalls schon jetzt auf ihre nächste Veröffentlichung, eine Split 7inch mit der Band Brito. Also, gut im Auge behalten und extrem lieb gewinnen.

Mouse Ear – Upcoming 7inch

Ach ja, vergesst nicht bei all der guten Musik euer Essen auf dem Herd, das ist nämlich mittlerweile überfällig. Und zum Essen selbst passt dann was Chilliges, versucht es mal mit KAKI KING (entweder die „Dreaming of Revenge“ oder die neue rein instrumentale Platte „Glow“). Und die Leute, die aus reiner Gewohnheit zum Essen ausschliesslich KARATE hören wollen: macht das, es fühlt sich gut an.

Übrigens: sollte euch das Essen nicht schmecken oder irgendwelche körperlichen Beschwerden hervorrufen, dann ist das sicherlich auf einen Tippfehler bezüglich der Mengenangabe einzelner Zutaten zurückzuführen. Das kommt davon, wenn man Rezepte aus dem Internet nachkocht.

+Hirs+ – first 100 songs

[Free Album Stream/Name Your Price Download]+Grindcore+Blackmetal+Hardcore+Punk+

+Hirs+ – First 100 Songs

Ha, da ist mal wieder so eine Platte, die mich an die Zeit erinnert, als ich noch die Schulbank drückte und in der letzten Reihe im Schulunterricht meinen kompletten Naseninhalt unter den Schreibtisch schmierte, in der Hoffnung, dass irgendwann der blöde Popper aus der 11c die Ekelpampe an den Fingern kleben haben würde, nachdem er im Verlauf einer Klausur mangels fehlender Intelligenz auf Spickzettelsuche gehen und natürlich voll in die verhärtete Rotzkruste greifen würde. Logo, solche und andere Szenen hab ich mir damals im Sekundentakt vorgestellt, den Soundtrack dazu mit Songs, die unter einer Minute Spielzeit hatten, lieferten zu der Zeit Bands wie Napalm Death oder 7 Minutes Of Nausea. Unvergessen der Auftritt seinerzeit von Napalm Death mit dem alten Sänger im Biberacher Koma. Rotze (frisch, nicht getrocknet), Spucke, Chaos. Und in eben diese Richtung schlagen +Hirs+ aus Philadelphia mit Ihrer „the first 100 Songs“ LP ein, das ist doch mal ein Wort. Ich hab nachgezählt, es stimmt tatsächlich. 100 Songs. Und jeder, der einen Bandcamp-Account hat, weiß, wie verdammt viel Arbeit es ist, dort ein paar Songs hochzuladen. Die Jungs hier müssen damit mehrere Tage beschäftigt gewesen sein. Und überhaupt, wie kriegen die die vielen Songs live hin? Ich bewundere das. Die verschiedenen Riffs und Songtitel könnte ich mir weder als Sänger, noch als Drummer noch als Gitarrist oder Bassist merken. Wahrscheinlich muss man Asperger haben, um in so ’ner Band zu bestehen. Ich zieh jedenfalls meinen imaginären Hut. Und die Mucke rockt ordentlich. Im modernen Mantel knüppelt die Band voll drauf los, so dass ich am liebsten in die nächstbeste Schule rasen möchte, um meinen kompletten Naseninhalt unter die erstbeste Bank zu schmieren.

http://hirs666.com/

https://www.facebook.com/hirs666

http://bastardtapes.bigcartel.com/product/the-first-100-songs-lp-pre-order

Streetpunk mit der Ape 50

And now to something completely different…

Heute gibt’s mal einen Streetpunk-Bericht der etwas anderen Art. Es geht um ein kleines Fahrzeug mit extrem hohem Punkrockfaktor, es geht um die Ape 50. Nun ist fast ein Jahr vergangen, seit ich mir so einen Kasten zugelegt habe, Zeit für ein kleines Resümee. Falls jemand unter euch gerade ins Grübeln geraten sein sollte: Die Ape 50 ist ein motorisiertes Fahrzeug der Firma Piaggio, man kann dazu auch Verkehrshindernis, Lärmbelästigung auf drei Rädern oder aber auch Ausbremser beziehungsweise Schnakenhuster sagen. Die Begriffe sind weitreichend, wörtlich ins Deutsche übersetzt bedeutet Ape Biene, daher kann man auch verniedlichend Bienchen sagen.

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tante timbuktu – Demo

[Free Demo Stream/Download]+Screamo+Hardcore+Punk+Stop’N’Go+

Bei tante timbuktu aus Zürich sind Leute der Band Morgen dabei (Review wurde vor einiger Zeit hier gepostet). Tendentiell geht das schon in eine ähnliche Richtung, die Aufnahmen sind recht roh, man fühlt sich, als ob man gerade im Proberaum der Band stehen würde, wo das Demo auch entstanden ist. Deutschsprachiger stop and go Screamo/HC mit einem rockigen und sehr punkigen Einschlag, 2 der 5 Songs sind rein instrumental, die restlichen Songs werden durch wütende und verzweifelte Vocals ergänzt.

http://tantetimbuktu.bandcamp.com/

Bonehouse – Summer 2012 Demo

[Free Demo Stream] +Oldschool Emo+PostHardcore+90’s Emo+

Ihr könnt mich jetzt einen verbohrten alten Sack schimpfen, der nicht offen für Neues ist und immer noch den ollen Kamellen nachweint, die in den Neunzigern massenweise unsere Jugendzentren beackert haben, aber irgendwie kommt man von dem Sound, der sich einst so tief in die Seele einbrannte, sehr schwer wieder weg. Ihr wisst schon, die Zeiten, in denen man sich nach ’nem konzertreichen Wochenende ’nen faulen Sonntag gönnte und nebenher seine geliebten Siebdruck-Emocore-Scheibchen nacheinander auf den Plattenteller bugsierte, oder die langen Autoheimfahrten von Konzerten durch die schier endlose Nacht, die mit so manch schönem MixTape und leichtem Ohrenpfeifen begleitet wurden. Die Erinnerung an geniale Bands wie All Chrome, Cable Car Theroy, die ersten Boy Sets Fire-, Hot Water Music- und Appleseed Cast- Aufnahmen, Three Penny Opera, One Last Wish, None Left Standing oder The Van Pelt kochten jetzt zu meiner Freude mal wieder hoch, als ich das Summer 2012 Demo der seit 2010 existierenden Band BONEHOUSE aus Dundee/Schottland hören durfte. Treibender herzzerreißender Emocore mit teilweise ruhigen Parts, alles mit einem schönen DIY/Punk Hintergrund, hört’s euch an und werdet glücklich. Mir geht’s jedenfalls so und ich bin froh, dass man das 2011 er Demo auf der Bandcampseite ebenfalls streamen kann.

http://www.facebook.com/bonehouseuk

http://bonehouseuk.bandcamp.com/

Minutes From Memory – Life Portrait

[Free Album Stream] +Screamo+PostHardcore+Postrock+Alternative+

Heiliger Bimbam, was hören meine entzückten Ohren denn da. Die neue, im Februar kommende EP „Life Portrait“ von der Ludwigsburger Band Minutes From Memory kann schon mal vorab auf ihrer Bandcamp-Seite gestreamt werden. Und ja, da werden einige Leute bestimmt nervös zappeln, bis sie diese EP endlich käuflich erwerben können. Nachdem ich die erste EP „Free Far“ zwar auch schon sehr gut fand, hätte ich nicht so eine enorme Steigerung erwartet. Geboten wird jedenfalls perfekt abgestimmter Posthardcore mit einer schönen Screamo-Kante, tollen Melodien und tief gehenden Texten. Fett produzierte 5 Songs irgendwo zwischen frühen Thursday, Thrice oder aber auch Saosin, als dort noch Anthony Green das Mikro schwang. Durch den sehr gefühlsbetonten Gesang von Sängerin Marta, der zwischen Resignation, Wut und Sanftheit pendelt, wird das Ganze perfekt abgerundet. Und mit dem letzten Song „Nur noch Augenblicke“ wird einem dann nochmals bewusst, dass man es hier mit etwas ganz Besonderem zu tun hat. Ich drücke bereits zum wiederholten Mal auf Repeat.

http://www.facebook.com/minutesfrommemory

http://www.minutesfrommemory.de/

http://minutesfrommemory.bandcamp.com

Abe Kamui – Selftitled EP

[Free Album Stream]+Screamo+Emotional Hardcore+Punk+

Mich wundert es, dass ich erst jetzt auf diese schöne EP der Frankfurter Band Abe Kamui stoße. Schade, die Band ist mir echt bisher durch die Lappen gegangen, obwohl ihr Debut „Maschinenwerden“ bereits im Jahr 2008 erschien. Nach etwas Internetrecherche ärgere ich mich jetzt schon ein wenig, dass ich Zeitschriften wie z.B. die Visions völlig ignoriere, denn da hat es die Platte zum Demo des Monats im Dezember 2011 gebracht. Hatte bereits Befürchtungen, dass Abe Kamui mittlerweile schon wieder das Zeitliche gesegnet haben, da auf der Facebook und Myspace Seite gerade wenig Aktivitäten stattfinden. Glücklicherweise wurde aber nach der Osteuropa Tour 2012 nur eine kleinere Pause eingelegt und so wird derzeit an neuen Songs für eine LP gearbeitet und im Frühjahr sollen auch wieder vermehrt Shows gespielt werden. Ich freu mich jedenfalls, die 5 Songs hauen mich auch jetzt noch dermaßen vom Hocker, daher muss die Platte auch den anderen hinter dem Mond lebenden Menschen empfohlen werden. Schöner deutschsprachiger PostHardcore/Screamo, dicht und sphärisch, manchmal an Bands wie Escapado oder Tidal erinnernd. Absolut empfehlenswert.

http://www.abekamui.bandcamp.com

http://www.facebook.com/AbeKamui

No Tongue – ///

[Free Album Stream/Name Your Price Download] +Emotive Hardcore+Emo+Screamo+

TONGUE, genauer gesagt NO TONGUE kommen aus Oakland und versetzen mich mit ihrem Debut /// direkt zurück in die Neunziger, wo Bands wie Milemarker, Three Penny Opera oder Song of Zarathustra mit ihren Floorshows manch Juze zum Kochen brachten und mich so zum Kauf zahlreicher 7inches verleiteten. Hier wird ziemlich durchdachter emotionaler Screamo Hardcore mit einer ordentlichen Punk-Kante geboten, häufig kommen auch Parallelen zu Bands wie Bread and Circuits oder Parades End auf. Die Bandmitglieder sind nebenher noch in den ebenfalls hörenswerten Bands Calculator, Ten Thousand Leagues und OYO aktiv. Wirklich schade, dass nach den 4 Songs schon Ende ist, das hier lässt mich nach mehr lechzen.

http://notongue.bandcamp.com/

I Stared Into The Forest – Unframed Pictures Of Our Epilogue

[Free Album Stream/Download]+Screamo+Emotional Hardcore+Metallic Hardcore+

Verzweifelt nihilistisch angehauchter Hardcore/Screamo mit dissonanten Gitarren und krassem Schreigesang wird hier von I STARED INTO THE FOREST aus Kronstadt/Rumänien abgeliefert. Auf ihrer zweiten Veröffentlichung wechseln sich schleppende fast bedrohliche Passagen mit chaotischen Wutausbrüchen ab, alles mit ordentlich Wums hinter den Drums. Die 7inch wird  irgendwann im Frühjahr 2013 über Fading Halo Records veröffentlicht.

http://istaredintotheforest.bandcamp.com/

http://www.facebook.com/istaredintotheforest

http://www.fadinghalorecords.com/

Summer Hours – Closer Still

[Free Album Stream/Name Your Price Download] +Indie+Alternative+Rock+Pop

Es gibt ja Platten, die man schon beim ersten Hören abfeiert. So ist es mir mit „Closer Still“ der Band SUMMER HOURS aus Brooklyn ergangen. Das Trio spielt total schönen gitarrenlastigen vor sich hinplätschernden und verträumten Indie Rock, der mich von der Grundstimmung immer wieder an Bands wie Yo La Tengo, The Sea And Cake oder ruhigere Youth Group zur Skeleton Jar Phase erinnert. Sobald die Stimme von Sängerin Rachel einsetzt, kommen auch noch Vergleiche zu den von mir sehr geschätzten Bands Hidalgo und Elektrolochmann hinzu. Für das nächste Sommer-Mixtape sind die Songs Plastic Nametags, Close And Closer und Brilliant Things meine persönlichen Anwärter und werden mir bestimmt damit so manch Sommerstunde versüßen.

http://summerhrs.bandcamp.com/

http://www.facebook.com/summerhours

http://www.technicalecho.com/

Morgen – Demo 2012

[Free Album Stream/Download] +Screamo+PostHardcore+Emo+

Morgen kommen aus der Schweiz, genauer gesagt aus Zürich. Die Band gibt’s seit 2012 und ist daher relativ jung, jedoch sind hier alte Hasen am Werk, die vorher bei Mr. Willis of Ohio, Dying in Motion und The Rabbit Theory aktiv waren. Und das hört man bis in den hintersten Ton der Platte, es wird deutschsprachiger Screamo Hardcore der alten Schule geboten. Hohes Niveau. Sehr schön, ich will mehr davon.

http://www.facebook.com/morgencrewmo

http://ubermorgen.bandcamp.com/

Lafftrak – Das Ende der Welt

[Stream] +8bit+stuntpunk+punk+hardcore+

Schon allein die Tags auf der Bandcamp Seite sind der Brüller. Kleines Spielchen zum Zeitvertreib: Bei den folgenden Begriffen ist ein Wort dabei, das nicht zu den anderen Begriffen passt: 8bit, geil, hardcore, metal, stuntpunk, köln. Na, ne Idee? Okay, wenn man ein wenig böse wäre, könnte man meinen, dass Köln da ein bisschen out of step ist. Oder vielleicht auch nicht, ist ja eigentlich auch piepegal, hab nur ’ne Überleitung zum Thema aus-der-Reihe-tanzen gesucht…Womit wir auch schon beim Tanzen angekommen wären. Tanzen ist wichtig, es tut der Menschenseele gut und streichelt die Sinne. Wenn wir Menschen genüsslich unsere Gebeine im Takt mit anderen Gebeinen zusammen scheppern lassen, dann hat das einen ganz bestimmten Grund: die famosen Echsenmenschen geben ne Echsenparty. Manchmal gibt’s deshalb auch schon mal Ärger im Paradies und das ganze verursacht das Ende der Welt, kurz und gut: Game Over. Militant Straight Echs Hardcore mit super Samples,geilen Texten und jeder Menge Humor, so wie ich ihn gerne hab. Justin Timberlake und Sven Väth prügeln sich mit Slime, während die jungen wilden The Robocop Kraus den Ärger ein wenig schlichten wollen aber nicht Herr der Lage werden.

http://www.echsenmenschsystem.de/

http://www.facebook.com/lafftrak

Aleutia – Demo 2013

[Free Album Stream, Name Your Price – Download] +Emo+PostHardcore+mid 90’s Hardcore+

Aleutia kommen aus San Francisco und ihr erstes Demo versprüht diesen ganz besonderen Charme, den man verspürt, wenn man gerade mal wieder auf einem früher-war-alles-besser-Trip hängen geblieben ist. So war’s jedenfalls bei mir, als ich zufällig beim Bandcamp-Browsing auf Aleutia stoß. Die 4 Songs sind sehr eingängig, dabei gefallen mir am meisten, wie die Gitarren und der manchmal auch nicht immer den richtigen Ton treffenden Gesang sich in der Mitte zusammenfinden und das Ganze zu einem late-ninetees-midwest-emomässigen Part verschmelzen lassen. Da wir gerade gefühlsmässig in den Neunzigern rumeieren würd ich das hier mal als eine Mischung aus Thumb (zur exposure phase, ohne die Crossover-HipHop-Parts), Parades End, Queerfish. None Left Standing oder Three Penny Opera beschreiben. Ich bin gespannt auf mehr.

http://aleutia.bandcamp.com/

http://www.facebook.com/AleutiaCA

State Faults – Desolate Peaks

[Free Album Stream] +Screamo+PostHardcore+Emo+

State Faults aus Santa Rosa, CA hauen mit ihrem herrlich dichten Screamo ganz schön eins vor die Rübe. Auch wenn hier und da mal ruhigere Postrock-Momente durchsickern, schreit sich der Sänger ohne Rücksicht auf Spätfolgen an den Stimmbändern die Seele aus dem Leib. Mitunter das Beste, das ich seit langem in diesem Genre gehört habe.

Die Gitarren bleiben immer schön melodisch und abwechslungsreich, und der Drummer erzeugt schöne Druckwellen. Wer auf New Day Rising, ältere Grade oder aber auch auf Underoath zur Changing Of Times oder Chasing Safety Phase steht, sollte ruhig mal ein Ohr riskieren. Emotive Hardcore at it’s best.

http://music.statefaults.com/

http://www.facebook.com/statefaults

http://tinyengines.limitedrun.com/

Suspect – Suspect

[Free Album Stream or Download]+Oldschool+Punk+Hardcore+

Coole Scheiße, das zündet. Schöner Oldschool Hardcore, knüpplig, melodisch, yeah. Sowas hat man früher gern zum Skaten gehört. Uniform Choice, Speak 714, No For An Answer, auf die Fresse. Mit Leuten von Tear It Up, Deep Sleep und Knife Fight. Leider ansonsten keine Infos über die Band.

Jungbluth – s/t Tape

[Free Album Stream]+Crust+Punk+Hardcore+Politics+

 

Jungbluth ist eine politische Crustpunk-Hardcoreband aus Münster. Dass hier ein Trio am Werk sein soll, ist kaum zu glauben. Hier scheppert ein angepisster und durchaus fetter Mix aus Crust und Hardcore aus den Boxen. Wie schön war das damals, als Bands wie ABC Diablolo, Loxiran, Lebensreform, Akephal, Linsay oder Stagnation’s End ihre Hochzeit hatten. Kann mich noch gut daran erinnern, wie die Szene damals brodelte. Und in eben diese Richtung geht der Sound dieser Band, endlich mal wieder eine politische Band mit Inhalten, die nicht auf Fashion und Hochglanz setzt  und bei der der Geschmack von feuchten Kellerproberäumen förmlich in die Nase steigt.

Klar, das Ganze ist nicht neu, aber absolut sympathisch und strotzt nur so vor ungezähmter Leidenschaft. Auf der Bandcamp Seite gibt’s dann auch noch ’nen Downloadlink für diejenigen, die kein Tapedeck mehr besitzen. Das Tape kann auch über die Bandcamp Seite direkt bei der Band bestellt werden. Also, zuschlagen, denn hier steckt viel Herzblut drin.

http://www.facebook.com/Jungbluthpunx

Gatherer – Postcards EP

[Free Album Stream]+PostHardcore+Screamo+Emotional Hardcore+

Gatherer aus New Jersey legen mit ihrer Debut EP Postcards einen schönen Start hin und setzen damit die Messlatte für kommende Veröffentlichungen ziemlich hoch. 4 knackige Songs in knapp 7 Minuten, emotionsgefüllt und geradeaus treibend, dabei immer mit einer melodischen Kante.

Ich warte schon gespannt auf neue Aufnahmen und würde Gatherer zu gern live erleben. Die Band klingt so frisch und energiegeladen, es ist die pure Freude. So und nicht anders sollte emotionsgeladener und ehrlicher Hardcore im Jahr 2012 klingen. Solche Bands halten unsere Szene am Leben. Schaut euch nur mal das „Wedding Bells“ Video an, dann werdet ihr mich schon verstehen.

Für Fans älterer Boy Sets Fire, Defeater oder Touché Amore absolut empfehlenswert.

http://www.facebook.com/GathererNJ

http://store.glassnailrecords.com/album/postcards

Trachimbrod – A Collection of Hidden Sketches

[Free Album Stream] + Screamo + Hardcore + Emo + Posthardcore +

Trachimbrod hießen früher einmal Come Across Trachimbrod. Unter diesem Namen wurde bereits ein Album veröffentlicht. Nach der Namensänderung und einer EP-Veröffentlichung folgt nun das Zweitwerk der schwedischen Postrock/Screamo Band Trachimbrod. Und diese strotzt nur so vor Verzweiflung und Melancholie. Die Gitarren leiern herrlich schön vor sich hin, die Songs entwickeln eine eigene Dynamik, die Texte unterstreichen diese ganze Atmosphäre. Man wird regelrecht hypnotisiert, bis man von einem Noisegewitter-Gefühlsausbruch wieder zurückgeholt wird.

Oftmals werden Trachimbrod mit amerikanischen Bands wie z.B. La Dispute oder Touché Amore verglichen. Durch ihre Eigenständigkeit und die unglaubliche Intensität der Songs haben sie diesen Vergleich meiner Meinung nach aber gar nicht nötig. Die cleanen Gitarrenparts erinnern mich manchmal an eine abgedrehtere Version der Indie-Band Beach House im mid-90’s Screamo-Emo-Gewand. Ganz große Show.

Anspieltipps sind z.B. der Opener „Us Without Self Control“ oder das epische „Through Walls, Floor And More“.

http://www.facebook.com/trachimbrodsweden

http://tokyojupiterrecords.bigcartel.com/

http://ihearttruelove.bigcartel.com/

Link To Nowhere – All Birds Are Dinosaurs

[Free Album Download] + Sofapunk+ Hardcore + mid 90´s Emo + Posthardcore +

Link To Nowhere ist eine zweiköpfige Band aus Freiburg & Ravensburg und ging aus der Asche einiger Ravensburger Punk und Hardcorebands hervor, die bekanntesten darunter waren Bones Called Man, Feedback, Rebound, Sturzgeburt, Paddington, Psycho Dad und Broken Beans.

Nach der ersten Veröffentlichung „yearning for something lost“ aus dem Jahr 2011 wurden einige Änderungen vorgenommen, am Schlagzeug wurde intensiv gearbeitet und bei manchen Songs wird nun auch auf deutsch gesungen. Die Sofapunker sind nun zurück mit einer Mischung aus Post Hardcore, Punk, Emo und melodischem old school Hardcore.

Wer auf altbackenen mid 90’s Hardcore wie z.b. Ignite, Lifetime, As Friends Rust, Boy Sets Fire oder …But Alive steht, sollte unbedingt mal reinhören. DIY or die, homerecording kills the fucking music industry.

http://www.facebook.com/pages/Link-To-Nowhere/127686643961338

http://www.myspace.com/linktonowhere