Aviator, Orbit The Earth, No Omega, La Miseria De Tu Rostro, Oddczar, Nine Eleven

Aviator – January 2013

Orbit The Earth – Aphelion

No Omega – Shame

La Miseria De Tu Rostro

Oddczar – One Word

Nine Eleven – Le Reve De…

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Es gibt ja so Tage, da geht man ein bisschen später als üblich ins Bett und zählt dann aus Gewohnheit die Stunden, die einem noch bleiben, bis der Wecker einen unliebsam aus den Träumen reißt und man wieder – nachdem man völlig weggetreten 5 Liter Spucke auf’s Kopfkissen gesabbert hat- zur geliebten Arbeit gehen darf. Obwohl man todmüde ist, kann man dann trotzdem nicht schlafen, weil man sich aufregt, dass zu wenig Zeit für Schlaf bleibt. Man zählt nochmals, da man sich ja verrechnet haben könnte, kommt aber zum gleichen Ergebnis. Je länger man darüber nachdenkt, umso weniger Zeit bleibt zum Schlafen. Da in so einer Situation sowieso schon der Bereich des Gehirns aktiviert ist, der für Hass, Wut und Zorn (aber leider nicht für Schlaf) zuständig ist, weiten sich die Gedanken aus, man ärgert sich über dies und das, und dann – später weiß man nicht mehr warum man eigentlich drauf gekommen ist – taucht plötzlich die Erkenntnis auf, dass der verhasste und bisher gekonnt ignorierte noch-zu-erledigen-Haufen langsam solche Dimensionen erreicht, dass man am liebsten mal den Reset-Knopf drücken würde. Ein Reset-Knopf wurde für solch heikle Angelegenheiten leider noch nicht erfunden, daher ist an Schlaf mittlerweile nicht mehr zu denken. Was kann da bloß helfen? Steht man halt auf, versucht sich zu beruhigen, atmet langsam und gleichmäßig und guckt dabei unbewusst den noch-zu-erledigen-Haufen an, und peng, Herzrasen, Panik, Unwohlsein. Meditation sollte nur in neutraler Umgebung ausgeführt werden. Aaaargh, Was reimt sich auf noch-zu-erledigen-Haufen? Ja genau, Haare raufen. Gelassenheit und schräger Humor ist nun angesagt. Lohnsteuererklärung? Pfffff, die kriegt man im jetzigem Zustand sowieso nicht gebacken, daher schaltet man lieber zur Ablenkung vom realen Leben den Rechner an, um ein bisschen runterzukommen. Zeit für einen neuen Facebook Status: mir geht’s schlecht, kann nicht schlafen, leide an permanenter Verstopfung und morgen muss ich auch noch zur Arbeit. Außerdem hat meine Lieblingshose seit heute Mittag ein Loch an einer Stelle, die einfach extrem uncool für solche Löcher ist. Bitte eine Runde Mitleid deshalb. Dabei entdeckt man, dass alle virtuellen Freunde momentan offline sind. Verdammt, schlafen die etwa alle? Das bringt einen dann nochmals einen Level höher: Wenn die alle schlafen können, warum dann ich nicht? Bin ich etwa krank? Mal googeln, „Schlafstörung“…Danach ist eigentlich alles zu spät, man erfährt, dass man unheilbar krank ist und bald sterben wird. Warum also noch schlafen? Lieber noch bei vollem Bewusstsein die letzten Tage genießen. Könnte man sich also ohne schlechtes Gewissen noch ’nen Schlummertrunk genehmigen. Nee, lieber nicht, falls man später doch noch müde wird und endlich schlafen kann wacht man sonst mitten in der Nacht auf, weil die Blase drückt und anschließend beginnt die Prozedur von vorne.

Hat man sich also für wach bleiben entschieden, sitzt man dann ganz entspannt vor dem Rechner und hat bei Bandcamp einen richtigen Flow und entdeckt nach und nach Bands, deren Releases man am liebsten sofort komplett anhören möchte, jetzt kann man natürlich unmöglich schlafen…

Da es mir in letzter Zeit öfters so geht und ich einige (für mich) interessante Neuentdeckungen gemacht habe, folgen nun ein paar ziemlich kurz gehaltene Reviews bzw. Empfehlungen einiger Veröffentlichungen, die bei mir aufgrund ihrer Intensität oder anderer positiver Eigenschaften Bewunderung und Euphorie ausgelöst und dadurch einen Platz in meinem Herzen gefunden haben. Die nächsten paar Posts werden ähnlich gestaltet sein, nur mal als Vorwarnung. Als Zwangsneurotiker finde ich es natürlich ganz furchtbar, dass nicht jede Band mit Review einen eigenen Titel bekommt und der auf der Artikel-Linkleiste nicht direkt abrufbar ist. Und natürlich schwingt auch die Befürchtung mit, dass bei dem ganzen Geschwafel von mir viele Leser die ganzen Bands gar nicht entdecken und überscrollen (wenn sie’s überhaupt mal auf meine Seite schaffen). Jedenfalls werden heute 6 Bands vorgestellt, die in der Sparte HC/Punk/Screamo/Crust einzuordnen sind. Schublade auf, Schublade zu.

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Den Anfang machen AVIATOR aus Boston. Mann, die ersten Veröffentlichungen waren ja schon echt erste Sahne, aber was sie hier nun mit „January 2013“ abliefern, zeigt einmal mehr die Qualität und Einzigartigkeit dieser Band. Als Tour-only-Tape released können sich nun all die traurigen Nicht-Besitzer dieses Tapes glücklich schätzen, dass dieses Kleinod gnädigerweise als Stream bei Bandcamp angehört werden kann. Scheiße, mir hat’s beim beim ersten anhören schier ins Maul geregnet, so offen stand mein Mund (vor Ehrfurcht). Kaum zu glauben, alles live im Studio aufgenommen. 6 Songs insgesamt (3 neue und 3 alte). Das hier macht definitiv Hunger auf mehr, inklusive Live-Show. Wer sich übrigens noch so ein schönes Tape sichern will, muss sich ranhalten, ein paar Exemplare mit Download-Code gibt es bei Skeletal Lightning zu bestellen.

http://www.facebook.com/aviatorhc

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ORBIT THE EARTH kommen aus Münster und hier sind Ex-Mitglieder von Just Went Black, Empty Vision und Ritual am Werk. „Aphelion“ rockt ordentlich das Haus. In vielen Reviews zur Platte werden immer wieder die (damals) göttlichen Refused zum Vergleich herangezogen. Das passt meiner Meinung nach auch perfekt (zur A Shape Of Punk To Come Phase). Finnland Hardcore 1998 rules: Abhinanda aus Umea (wie kriegt man eigentlich den Kringel auf dem „a“ hin?) ist sicher auch ein großer Einfluss. Und der keifende Gesang erinnert mich manchmal ein wenig an den durchgeknallten Typ von EyeHateGod. Fett produziert das ganze, hier sind Leute mit Herzblut am Werk.

 http://www.facebook.com/orbittheearth

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Zu NO OMEGA aus Stockholm/Schweden muss man eigentlich gar nicht mehr viel sagen. Einfach anhören und sich in den intensiven Stücken verlieren. Das hier sind ausgelebte Emotionen, lest euch nur mal die genialen Texte durch und lasst euch von der Dampfwalze überrollen. Schrei-Hardcore mit dichten Gitarren, gegen einander spielendem Bass und einem Drummer der um sein Leben trommelt, you know. Fans von Meleeh, Serene oder Children Of Fall sollten unbedingt reinhören.

 http://www.facebook.com/noomega

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Nun kommen wir zu LA MISERIA DE TU ROSTRO, einer DIY-HC-Crustcore-Band aus Santiago/Chile. Auf ihrer Bandcamp-Seite gibt’s etliche Songs von verschiedenen Alben zu hören, die Band existiert ja auch schon ein Weilchen (10 Jahre). Nach vorne gehender Crustcore, teilweise mit melodischen Gitarrenparts. Up The Punxxx, ich find’s supergeil, man wünscht sich direkt ins nächste Squat, um im Moshpit die Sau rauszulassen.

http://www.facebook.com/lamiseriadeturostro

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ODDCZAR aus Charlotte spielen ziemlich intensiven Screamo Hardcore mit Post-Hardcore-Einflüssen. Geht gut ab und manchmal wundert man sich, warum man über solch geniale Bands nur durch Zufall stolpert. Ich mag die präzisen Drums, die Gitarren, die manch melodischen Moment aufkommen lassen, den Bass, der auch unabhängig von alldem sein ganz eigenes Spiel hat, das sich super in das Ganze einfügt und natürlich über all den schönen Songs der extrem leidende Gesang.

 http://www.facebook.com/oddczarnc

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So, und nun komm ich zur 6.Band dieses Posts. NINE ELEVEN aus Tours/Frankreich lassen es auf ihrer zweiten Veröffentlichung ganz schön krachen. Dicke Gitarren, sehr oldschoolig das ganze, mit einem ordentlichen Schuss Melodie und schönen Background-Shouts. Die eigen entworfene Beschreibung der Band lautet „Nirvana auf Amphetaminen mit 3 Spritzen in jedem Arm“, das trifft die Sache dann auch ganz gut. Jedenfalls strotzt die Platte nur so vor Energie. Kennt noch jemand die Franzosen Seekers of the truth? In eine ähnliche Richtung geht das hier, nur eben viel fetter und besser produziert.

http://www.facebook.com/pages/Nine-Eleven/61752081753

Ein Kommentar zu “Aviator, Orbit The Earth, No Omega, La Miseria De Tu Rostro, Oddczar, Nine Eleven

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