Wind und Farben, Recreant, Mahria, No Future, Rika, This Is Your Life

Wind und Farben

Recreant – st

Mahria – st

No Future – MMXIII

Rika – How To Draw…

This Is Your Life

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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 Die Marotten und Eigenarten der Menschen haben ja manchmal schon auch ihre liebenswerte Seiten. Sind die Gewohnheiten erst mal antrainiert, lassen sie sich sehr schwer wieder abgewöhnen. Bestes Beispiel dafür ist, dass man beim Einschlafen gerne mal die Bettdecke dreht, nur dass man wieder auf der kalten Seite liegt. Das macht man mitunter auch mal im Winter, obwohl man eigentlich friert. Gerade bei nebensächlichen Dingen kommt das doch recht häufig vor. Passiert es euch auch ständig, dass ihr an Türen drückt, an denen dick und fett „ziehen“ steht? Oder man kauft sich eine LP doppelt, weil man irgendwann den Überblick verloren hat, vom download im Internet ganz zu schweigen. Was treibt einen eigentlich an, immer wieder Neues entdecken zu wollen und genau zu wissen, dass einige Plattenkäufe nach ein oder zwei mal hören für immer im Regal verschwinden und irgendwann dazu führen werden, dass man noch ein Regal kaufen muss? Hat man überhaupt genügend Zeit, die ganzen Tapes, Platten, CD’s, mp3’s durchzuhören? Bevor ich jetzt noch zu rechnen beginne, mach ich mich lieber mal wieder auf die Suche nach neuen und extrem hörenswerten Bands, let’s go…

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Nachdem ich vor einigen Wochen das Video „Gib ihm tausend, Boby“ der Neumünster Band WIND UND FARBEN auf Youtube bestaunen konnte und sofort von dem extrem guten deutschsprachigen Math/Emo/Punk/Post-Hardcore angetan war, war ich ziemlich hibbelig und fieberte dem Veröffentlichungstermin ihres Debutalbums “Das Entzünden einer Kerze ist das Ende eines Wals” entgegen. Nun ja, mittlerweile ist das Ding draußen und auch bei Bandcamp gibt es einen Full-Album-Stream und…Überraschung: es ist verdammt gut und rotiert bei mir auf allen Kanälen. Wer Vergleiche braucht: ruhigere Captain Planet oder Adolar mit Postrock-Passagen, der Gesang erinnert entfernt an BoySetsFire oder Mineral. Könnte sein, dass diese Band im Laufe des Jahres 2013 verdammt viel erreichen wird (Bitte macht nicht beim Bundesvisions-Contest mit, haha).

http://www.facebook.com/windundfarben

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Gut was auf die Ohren gibt’s von Recreant aus Tampa, Florida. Das selbstbetitelte Album ist ganz schön düster, teilweise mit Violine, Highspeed-D-Beat mit female/male vocals. Grindcore, Crustcore, Emoviolence. Erinnert an die guten alten Schweizer Crusties von Cwill. Verdammte Welt, vertonte Wut, volle Wucht (VW).

http://www.facebook.com/Recreantswampcore

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MAHRIA aus Edmonton/Kanada sollten dem einen oder anderen vielleicht schon ein Begriff sein, trotzdem möchte ich an dieser Stelle ein bisschen die Werbetrommel rühren. Gerade ihr selbstbetiteltes Album, das bereits im Jahr 2011 veröffentlicht wurde, hat es mir besonders angetan. Intensiver Screamo-Hardcore mit einer ziemlich wütenden und keifenden Sängerin, die pro Song soviel Energie freigibt wie ein umweltverseuchendes AKW pro Jahr, das im letzten Laufzeit-Jahr vor Abschaltung nochmals beweisen will, dass ökologisch produzierter Strom die wahre Bedrohung unserer Umwelt darstellt. Fans von Serene/Children Of Fall/Thursday (stellt euch alle genannten Bands in einer roheren und krachigeren Variante vor) sollten mal ein Ohr riskieren.

http://www.facebook.com/Mahriaband

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Bei NO FUTURE aus Milwaukee mischen Leute von Poison the Well, Since by Man und Red Knife Lottery mit, geliefert wird auf „MMXIII“ ziemlich cooler und nach vorne treibender oldschool Hardcore mit einem ordentlichen Schuss Melodien. Hier regiert die pure HC/Punk-Granate, bei manchen Songs faszinieren mich die fett produzierten dissonanten Crustcore-ähnlichen Parts. Kennt jemand noch die genialen Pittbull (konnte man auf einer der ersten Rykers Touren im Vorprogramm bestaunen)? Deren Platten auf 45 rpm gemischt mit Einflüssen, die von Comeback Kid bis Acts wie Modern Life is War reichen, klingen so ähnlich wie das hier.

http://www.facebook.com/pages/No-Future/196773980343971

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RIKA faszinieren nach ihren auch schon extrem guten Splits mit Everton und Empire! Empire! (I Was A Lonely Estate) nun mit ihrem ersten full length Album „How to Draw a River, Step by Step“. Die in Wien und Linz beheimateten Österreicher verzücken mich mit atmosphärischen Indie/Electro-Postrock-Klängen, die an eine Mischung aus Notwist mit ruhigeren Mineral oder Sometree erinnern. Gerade der Einsatz von verschiedenen Instrumenten, Bläsern, Streichern und Orgeln versetzt den Hörer des öfteren in diese spezielle Shrink/Neon-Golden-Melancholie, angefüllt mit Wärme und tiefgehenden Melodien. Mir gefällt das hier sehr gut.

http://www.facebook.com/rikaband?ref=ts&fref=ts

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THIS IS YOUR LIFE aus Richmond spielen kraftvollen und sehr melodischen Hardcore, der oftmals an Bands wie Ignite (mit dem alten Sänger), Killing Flame, Speak 714, Kid Dynamite oder Comeback Kid erinnert. Auf „Before We Fade Away“ gibt es 12 Songs, die es in sich haben. Messerscharfe Gitarren, ein Bass, der dagegen anspielt, ein Drummer, der volle Kraft nach vorne prescht und ein Sänger, der dem ganzen noch den letzten Schliff verpasst. Die Platte rockt ohne Ende, so und nicht anders muss melodischer Hardcore klingen. 1988, ihr wisst schon.

http://www.facebook.com/thisisyourliferva

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