Polaroids – I Still Have Dreams

Hier gibt’s mal zwischendurch ein Review, das ich für die Borderline-Fuckup-Seite geschrieben habe. Schaut doch bei Gelegenheit mal rüber, da gibt’s nämlich den vollständigen Text und jede Menge anderes lesenswertes Zeug. Und für die lesefaulen Schnellklicker gibt’s hier dafür den eingebetteten Player.

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Die Polaroid-Fotografie wurde ja weitestgehend von ihrem mächtigen digitalen Peiniger verdrängt und dürfte den Älteren unter euch bestimmt noch ein Begriff sein. Ihr erinnert euch: man drückte auf den Auslöser und – klick – ein paar Minuten später hatte man ein unscharfes Foto in den ungewaschenen Pfoten. Durch unsere Schwäche für Digitales wurden Polaroids jedoch ziemlich bald durch jpg-Dateien ersetzt. Schade, die Digitalisierung der Gesellschaft lässt nach und nach Altbewährtes verschwinden und verändert sämtliche Bereiche unseres täglichen Lebens. Formate wie die gute alte Telefonzelle oder der Passbild-Automat an der Ecke wurden uns bereits größtenteils genommen. Mein Gott, was war das doch jedes Mal für ein Fest, die Mülltonnen in unmittelbarer Umgebung zu diesen Passbildautomaten nach weggeschmissenen Fotos zu durchwühlen und sich zu den Personen auf den gefundenen Bildern phantasievolle Geschichten auszudenken. Irgendwo auf dem Dachboden müssen eigentlich noch etliche, mit von mir persönlich aus dem Müll gefischten Passbildern beklebte Fotoalben rum liegen, ich sollte sie mal suchen gehen und wieder angucken…ich schweife ab…die Gründe, warum die Leute diese Fotos nicht behalten wollten, werden wir wohl nie erfahren. Und so, wie viele Gegenstände mit der Zeit für immer verschwinden, so besinnt man sich in manchen, meist künstlerischen Bereichen wieder auf die Schönheit der alten Formate zurück. Bestes Beispiel ist die Schallplatte oder das Tape. Und auch die Polaroid-Fotografie  erlebt derzeit eine Renaissance in der Kunst-Szene.

Nun, die Namensgebung der Band Polaroids aus New Jersey mag wohl mit ähnlichen ästhetischen Hintergedanken verknüpft sein, wie sie weiter oben beschrieben sind. Die Band legt jedenfalls nach einem Debut-3-Track-Demo aus dem Jahr 2012 mit ihrem ersten richtigen Full Length-Release I Still Have Dreams ein wahrhaft schönes und zeitloses Juwel vor, das jeden Fan des melodischen Hardcores begeistern dürfte. Ich sag’s mal so: da wo andere Bands zum x-ten Mal versuchen, so zu klingen wie die großen Vorbilder Lifetime, As Friends Rust, Strike Anywhere, Good Riddance oder auch Gorilla Biscuits, da überzeugt diese Band mit nerdiger Eigenständigkeit und super catchy Melodien und kotzt obendrein dem Hörer völlig unerwartet einen Polaroid-Regenbogen vor die Füße, der einem LSD-Trip ziemlich nahe kommt (Mutmaßung). Wären Polaroids damals schon unterwegs gewesen, als oben genannte Bands der feuchte Traum eines jeden Hardcorekids waren, ja dann würden sie heute sicherlich zu den ganz Großen zählen.

Lest weiter auf Borderline Fuckup oder hört direkt hier gleich rein.

http://www.facebook.com/polaroidsnj

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